{"id":217,"date":"2025-11-08T07:22:41","date_gmt":"2025-11-08T07:22:41","guid":{"rendered":"https:\/\/lupus-plan.de\/?page_id=217"},"modified":"2025-11-08T07:38:52","modified_gmt":"2025-11-08T07:38:52","slug":"forschung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lupus-plan.de\/?page_id=217","title":{"rendered":"Forschung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-x-large-font-size\"><strong>Projektbeschreibung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An der Uni Gie\u00dfen im Arbeitskreis Wildbiologie arbeiten wir an einer Studie \u00fcber die Populationsgenetik des Rotwildes. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Rotwild ist in Deutschland in allen Fl\u00e4chenbundesl\u00e4ndern verbreitet. Die starke Lebensraumzerschneidung f\u00fchrt zur Verinselung der einzelnen Vorkommen. Isolierte<br>Populationen sind durch genetische Verarmung gekennzeichnet, was deren Fitness und langfristige Gesunderhaltung bedroht. Prof. Dr. Dr. habil. Gerald Reiner vom Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig\u0002-Universit\u00e4t Gie\u00dfen hat diese Problematik bereits in Hessen und Nordrhein-Westfalen federf\u00fchrend untersucht. Aktuelle Studien laufen derzeit in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Ziele der Studien sind die Erhebung des Status quo und die Lokalisation von Barrieren und die Verbesserung des genetischen Austauschs. Auf der Basis hoher Probendichte und exakter Vergleichbarkeit der Ergebnisse entstehen also hochaufl\u00f6sende, l\u00fcckenlose Informationen, die auch von benachbarten Bundesl\u00e4ndern zur Validierung ihrer Rotwildpopulationen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-x-large-font-size\"><strong>Arbeitsplan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Untersuchung sind im Wesentlichen f\u00fcnf Arbeitsschritte vorgesehen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Das Sammeln der Gewebeproben<\/li>\n\n\n\n<li>Die Laborarbeit<\/li>\n\n\n\n<li>Die Bioinformatik und Statistik<\/li>\n\n\n\n<li>Die Auswertung der Ergebnisse<\/li>\n\n\n\n<li>Die Publikation der Ergebnisse<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Sammeln der Proben<\/h2>\n\n\n\n<p>In der \u201eTh\u00fcringer Verordnung zur Festlegung von Einstandsgebieten f\u00fcr das Rot-, Dam- und Muffelwild sowie Bildung von Hegegemeinschaften f\u00fcr das Rot-, Dam-, Muffel- und Rehwild\u201c (Th\u00fcrEGHGVO) vom 11. Dezember 2011 sind neben den Grenzen der Einstandsgebiete auch die Zust\u00e4ndigkeiten und Vorgaben f\u00fcr Hegegemeinschaften niedergeschrieben. Das Rotwild kommt in Th\u00fcringen auch au\u00dferhalb der Einstandsgebiete laut Th\u00fcrEGHGVO wie zum Beispiel im Nationalpark Hainich und im Waldkomplex Hohe Schrecke als Stand- und viel weitr\u00e4umiger noch als Wechselwild vor. F\u00fcr das Rotwild sind folgende Einstandsgebiete mit Aufteilung in Wirkungsbereiche der Hegegemeinschaften in der Th\u00fcrEGHGVO festgelegt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Harz<\/li>\n\n\n\n<li>Zillbach-Ple\u00df<\/li>\n\n\n\n<li>Schleiz-Greiz-Bad Lobenstein<\/li>\n\n\n\n<li>Th\u00fcringer Wald-Th\u00fcringer Schiefergebirge<ul><li>Westlicher Th\u00fcringer Wald<\/li><\/ul><ul><li>Mittlerer Th\u00fcringer Wald (West)<\/li><\/ul><ul><li>Mittlerer Th\u00fcringer Wald (Ost)<\/li><\/ul><ul><li>Schiefergebirge<\/li><\/ul>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hohes Schiefergebirge.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Es ergeben sich durch Teilung der Einstandsgebiete entlang von Barrieren und unter Hinzunahme bekannter Populationen au\u00dferhalb davon 14 Probegebiete. Ziel ist es entsprechend der Studie von Reiner et al. (2019) aus jedem Probegebiet genetisches Material von mindestens 60 Individuen zu untersuchen. Vorzugsweise kommt hier Gewebematerial von erlegten St\u00fccken zum Einsatz. Mit dem Organisieren des Sammelns der Proben wurde im Fr\u00fchjahr 2024 begonnen, die erste Gewebeprobe wurde am 16.06.2024 genommen. Die Phase des Sammelns richtet sich ma\u00dfgeblich nach der Jagdzeit des Rotwildes in Th\u00fcringen: 16.06.-15.01. eines jeden Jahres. Es sind im Jagdjahr 2024\/25 nicht ausreichend Proben f\u00fcr die endg\u00fcltige Verarbeitung zusammengekommen, sodass 2025\/26 in einigen Gebieten weitergesammelt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Laborarbeit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die eingefrorenen Gewebeproben werden mit Einmalskalpell auf Petrischale beschnitten. Ein stecknadelkopfgro\u00dfes St\u00fcck sowie ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck Gewebe werden in zwei 2ml Mikroreaktionsgef\u00e4\u00dfe gegeben. Das gr\u00f6\u00dfere St\u00fcck bildet die R\u00fcckstellprobe f\u00fcr den Fall, dass die stecknadelkopfgro\u00dfe Direktprobe kein verwertbares Ergebnis liefert. Nach dem Bescheiden einer jeden Probe werden die untergelegten Petrischalen verworfen, die Skalpelle abgewaschen und in einer Dekontaminationsl\u00f6sung zur Entfernung von DNA-Kontamination auf der Oberfl\u00e4che gereinigt. Die mit Probematerial bef\u00fcllten Mikroreaktionsgef\u00e4\u00dfe werden danach eingefroren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf sind folgender Schritte Teil der Laborarbeit:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Extraktion der DNA<\/li>\n\n\n\n<li>Vervielf\u00e4ltigung der DNA durch PCR<\/li>\n\n\n\n<li>Sequenzierung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Arbeitsschritte erfolgen nach standardisiertem Protokoll und mit immer gleichem Material wie in den Studien Willems et al. 2016 und Reiner et al. 2021.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bioinformatik und Statistik<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Daten aus dem Sequenzierger\u00e4t werden mit einem in der Arbeitsgemeinschaft entwickeltem Excel-Addin ausgewertet. Der letzte Schritt der Analyse zur genetischen Diversit\u00e4t und der Konnektivit\u00e4t der Populationen wird in Statistikprogrammen wie<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0und weiteren Funktionen und Paketen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>TESS<\/p>\n\n\n\n<p>BAPS<\/p>\n\n\n\n<p>STRUCTURE (Pritchard et al. 2010)<\/p>\n\n\n\n<p>FSTAT (Goudet, 2005)<\/p>\n\n\n\n<p>NeEstimator V2.1<\/p>\n\n\n\n<p>RStudio<ul><li>PopGenReport<\/li><\/ul><ul><li>pegas<\/li><\/ul><ul><li>poppr<\/li><\/ul><ul><li>diveRsity<\/li><\/ul><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0und weiteren Funktionen und Paketen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"226\" src=\"https:\/\/lupus-plan.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt-1024x226.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-218\" srcset=\"https:\/\/lupus-plan.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt-1024x226.png 1024w, https:\/\/lupus-plan.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt-300x66.png 300w, https:\/\/lupus-plan.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt-768x169.png 768w, https:\/\/lupus-plan.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Unbenannt.png 1215w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projektbeschreibung An der Uni Gie\u00dfen im Arbeitskreis Wildbiologie arbeiten wir an einer Studie \u00fcber die Populationsgenetik des Rotwildes. 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